Eine kleine (mentale) Bestandsaufnahme

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Wenn ich ein Versprechen gebe, dann mach’ ich das eigentlich nur dann, wenn ich zum entsprechenden Moment auch der Meinung bin, dass ich das Versprechen auch halten kann. Warum ich euch das sage? Nun, ich hab ja versprochen, dass ich wieder zurück bin, um auch zu bleiben, ihr erinnert euch?
Gut.
Denn ich muss zugeben, dass ich seitdem immer wieder drüber nachgedacht hab, es doch sein zu lassen, weswegen ihr von mir auch nicht so viel – also gar nichts – gehört oder gelesen habt.

Gearbeitet habe ich trotzdem weiter an meiner Autorenkarriere, auch wenn diese Arbeit vor allem aus technischem Kram im Hintergrund und Herumwerkeln an meinem Mindset bestand.
Denn das ist der Grund, warum ich nicht so aktiv bin, wie ich es gerne wäre. Nicht nur, dass ich mein ADHS neuerlich wieder weitaus weniger unter Kontrolle habe, als es mir lieb wäre, nein, meine Depressionen haben mich aktuell ebenfalls wieder fest im Griff.

Und bevor jemand fragt: Ja, ich bin bereits dabei, an meinen Problemen zu arbeiten. Nur dauert das Warten auf einen Therapieplatz immer eine Weile, vor allem hier in Hamburg, und zum anderen hab ich 2024 meine Ergotherapie zu früh beendet, für einen Job den ich nun nicht mehr habe, was meine Depris und Selbstzweifel noch weiter füttert, als wären es Proteinriegel.
Trotzdem versuche ich daran zu arbeiten, auch wenn es mich aktuell schon eine Menge Kraft kostet, überhaupt aus dem „Bett“ zu steigen (alleine das dauert derzeit meist so ne Stunde minimum).

Warum erzähle ich euch das alles?

Nun, ich könnte einfach wieder so was sagen und so tun, als wäre nichts gewesen, aber das wäre weder meine Art, noch wäre es ehrlich oder gar fair.
Ihr müsst vielleicht nicht alles von mir oder über mich erfahren, aber ihr verdient zumindest einen Ansatz von Transparenz, wenn ich euch schon so lange mit meiner Rückkehr und meinem zweiten Band hinhalte.

Ist endgültiges Aufgeben denn keine Option?

Jein. Also eigentlich nein, sonst wäre ich ja nicht hier, aber allein dieser Beitrag schon zeigt doch, dass es zumindest „zur Debatte“ stand. Es würde mir massive Ressourcen freigeben, es würde mir Druck nehmen und die Angst vor dem Versagen.
Doch wodurch würden all diese Dinge ersetzt werden? Durch mehr zocken am PC, durch mehr neue Hobbys, durch mehr Selbstzweifel, weil ich wieder was hab fallen lassen, wo mein Herz drin steckt (Hallo ehemaliger Job *winkt*), durch das Gefühl, „viele“ Menschen enttäuscht zu haben …
Ich glaub, ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Einen großen Anteil an meiner Entscheidung hat aber eine Frage, die mir eine befreundete Twitch-Streamerin vor kurzem stellte, als ich ihr on stream davon erzählte, dass ich den Kanal „LibraDeCorax“ wahrscheinlich doch wieder löschen würde.
Die war so simpel wie auch effektiv. Sie lautete „Warum willst du den denn wieder löschen?“.

Aus dieser ihrer Frage entwickelten sich Gedanken, die ihrerseits wiederum in der Frage mündeten, was mich denn davon abhalten würde, meine Projekte weiterzuverfolgen.

Die Antwort war vielleicht nicht so effektiv wie die Frage der erwähnten Streamerin, wohl aber augenöffnend, denn die Antwort lautete: ICH.
Ich bin derjenige, der mir im Weg steht.
Ich mit meinen Zweifeln, meinen ganzen Gedanken und einem Perfektionismus, der nicht nur fernab jeglicher gesunden Einstellung ist, sondern mindestens ebenso weit fernab jeglicher Realität.
Denn klar kann ich scheitern, klar kann die Zeit, die ich in meine Texte investiere, „verschwendet“ sein.
Aber das zu entscheiden obliegt halt nicht mehr nur mir. Die Entscheidung über all dies ist halt auch eure. Euch gefallen meine Texte (zumindest gefallen manche Texte manchen von euch), ihr verbringt eure Zeit damit, meine Ideen zu ertragen, mir manche davon auszureden und andere wiederum zu bestärken.

Und deswegen werde ich weiter machen.
Deswegen und weil ich noch immer den Traum habe, irgendwann mal auf Irland zu leben und eben jenes Leben durch meine Kreativität finanzieren zu können.

Ist das ambitioniert?
Na aber ganz sicher.
Ist es unrealistisch?
Höchstwahrscheinlich – vor allem, wenn ich nichts mache.
Ist es unmöglich?
Nein.
Werde ich aufgeben?
FUCK NO!

Ich kann, will und werde mir nicht mehr länger selbst im Wege stehen.
Denn das ist genau das, was ich die letzten Jahre mit schwindenden Elan, dafür aber wachsender Effizienz getan habe …
Mir selbst im Weg stehen.

Ich werde vielleicht nicht konstant auf einem Level dranbleiben, das ist leider nun mal nicht wie ich „funktioniere“ (wenn ich denn mal funktionieren würde), aber ich werde dranbleiben, auch wenn ihr es vielleicht nicht seht.

Und wer weiß?
Vielleicht ist ja bald endlich der Moment gekommen, an dem ich mal wieder den Stream anwerfe (nein, nicht als Major, sondern als LibraDeCorax) und mit euch zusammen ein wenig Coworking betreibe.

Doch nun werde ich mich erst einmal vom Schreiben dieses Beitrags erholen.
Denn auch wenn er recht kurz ist, alleine mich dazu zu bringen, nicht sofort irgendein Spiel und drölf Streams zu starten, sobald ich am Rechner sitze, hat schon geschlaucht, und ich brauch diese Auszeiten.
Vor allem jetzt zum Start, damit ich mich nicht gleich wieder „überlaste“ und eben jenen Start zur Ziellinie des Misserfolgs wird.

Euch nun aber erst einmal einen angenehmen restlichen Sonntag (oder wann auch immer ihr den Beitrag lest).

Mentale Grüße
PdC

Grundlage für das Beitragsbild: Przemysław Trojan auf Pixabay